Aus der Sitzung des Gemeinderats Wehingen vom 23.02.2026 wird berichtet:
TOP 1 Frageviertelstunde für die Einwohner
Da keine Fragen aus der Zuhörerschaft gestellt wurden, konnte gleich zum nächsten Tagesordnungspunkt übergegangen werden.
TOP 2 Gewerbegebiet „Am Landenbach“
Erschließung Gewerbegebiet „Am Landenbach“, 1. Bauabschnitt
- Vergabe des Gewerks Straßenbau, Kanal und Erdarbeiten für Versorgungsleitungen
Die Arbeiten zur Erschließung des Gewerbegebietes „Am Landenbach“ südlich der Bära wurden öffentlich ausgeschrieben. Von insgesamt 14 angeforderten Leistungsverzeichnissen haben neun Firmen ein Angebot abgegeben. Das Preisniveau ist unter Beachtung der konjunkturellen Situation als sehr günstig einzustufen.
Die ausgeschriebenen und zu beauftragenden Leistungen beinhalten die erforderlichen Tierbauarbeiten für Straßenbau, Kanal/Entwässerung und die Erdarbeiten zur Verlegung der Versorgungsleitungen (Wasserversorgung/Erdgas). Insgesamt sind ca. 300 m Straßen mit zwei Wendeplatten und einseitigen Gehwegen, welche am neuen Kreisverkehr am Ortsausgang Richtung Reichenbach anschließen, umzusetzen.
Neben dem Straßenbau werden auf der gesamten Länge die erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen mit errichtet. Die Entwässerung erfolgt im modifizierten Trennsystem mit getrennter Schmutz- und Regenwasserkanalisation. Zusätzlich ist ein Trennbauwerk, ein Lamellenklärer und ein Regenrückhaltebecken zur gedrosselten Einleitung in die Bära zu errichten.
Zusätzlich zu den Hauptangeboten wurden von fünf Bietern ein Nachlass auf die Endsummen des Hauptangebotes eingeräumt. Sondervorschläge bzw. Nebenangebote wurden von sechs Bietern gemacht.
Das insgesamt (mit gewerteten Nachlässen und Nebenangeboten) günstigste Angebot kommt von der Fa. Friedrich Stingel GmbH, Schwenningen/Heuberg mit einer geprüften Angebotssumme in Höhe von 1.154.300,00 € brutto.
In der fortgeschriebenen Kostenberechnung vom 07.10.2025 vom Planungsbüro Hermle sind Kosten für dieses Gewerk mit 1,3 Millionen € ausgewiesen. Der Angebotspreis des günstigsten Bieters liegt damit 11,2 % unter den veranschlagten Kosten.
Auf Nachfrage teilt Bürgermeister Reichegger mit, dass die Nebenangebote qualitativ mit den Hauptangeboten übereinstimmen; einzelne Anbieter haben mit Pauschalpreisen gerechnet, um den Verwaltungsaufwand zu minimieren.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Vergabe der Straßenbau-, Kanal- und Erdarbeiten für Versorgungsleitungen im Gewerbegebiet „Am Landenbach“, 1. Bauabschnitt, an die Firma Friedrich Stingel GmbH aus Schwenningen/Heuberg mit einer Angebotssumme in Höhe von 1.154.300,00 € brutto.
TOP 3 Gewerbegebiet „Am Landenbach“
Erschließung des Gewerbegebietes „Am Landenbach“, Bauabschnitt 1
- Vergabe Gewerk Wasserversorgung – Rohrlieferung und Verlegung
Wegen der technischen Überschneidung mit den Maßnahmen beim Kreisverkehr in der Reichenbacher Straße/Steinstraße wurde die damals ausführende Firma Heinrich Rack Rohrleitungsbau, Renquishausen, um ein Angebot für einen Anschlussauftrag angefragt.
Bei einer Zugrundelegung der damals vereinbarten Einheitspreise ergibt sich eine Auftragssumme in Höhe von 39.992,58 € brutto.
Für diese Arbeiten sind Kosten in Höhe von 49.000 € ausgewiesen. Damit liegt die Auftragssumme 18 % unter diesen Kosten. Die Firma Rack bindet sich bis zum 30.04.2026 an die Angebotsbedingungen als Anschlussauftrag.
Der Gemeinderat beschließt einstimmig ohne weitere Aussprache die Vergabe der Arbeiten für die Rohrlieferung und Rohrverlegung der Wasserleitung im Gewerbegebiet „Am Landenbach“, 1. Bauabschnitt, als Anschlussauftrag an die Firma Heinrich Rack Rohrleitungsbau aus Renquishausen mit einer Auftragssumme in Höhe von 39.992,58 € brutto.
TOP 4 Gewerbegebiet „Am Landenbach“
Erschließung Gewerbegebiet „Am Landenbach“, 1. Bauabschnitt
-Vergabe Gewerk Überquerung der Bära – Hydraulische Prüfung Hochwassermanagement
Für die Erschließung des Gewerbegebiets „Am Landenbach“ ist auch eine Bära-Überquerung Richtung Norden zur Wengenstraße nötig. Die Gemeinde ist hierbei bestrebt, eine möglichst günstige und einfache bauliche Lösung zu finden.
Im ersten Schritt soll dazu eine Variantenüberprüfung vorgenommen werden, bei der die Machbarkeit eines „Hamco“-Durchlasses (große Verrohrung) und, falls dies nicht zielführend ist, mit einer konventionellen Einfeldbrücke untersucht wird. Hierfür ist nach Rücksprache mit den Fachbehörden eine hydraulische Prüfung in Form eines Gutachtens nötig, um eventuelle Hochwasserrisiken im Oberlauf der Bära erkennen zu können.
Die Gemeinde hat das Hochwasserrisikomanagement für das Gemeindegebiet durch das Ingenieurbüro Breinlinger untersuchen lassen. Das Ingenieurbüro Breinlinger verfügt somit über die relevanten, hydraulischen Kennwerte und Daten für die Hydraulik der Bära. In Abstimmung mit der Gemeinde und dem Wasserwirtschaftsamt wurde daher das Ingenieurbüro Breinlinger aus Tuttlingen zur Abgabe eines Angebotes zur hydraulischen Überprüfung der geplanten Bära-Überquerung aufgefordert.
Zusätzlich wurde als Vergleich das Ingenieurbüro Weber aus Pforzheim um die Abgabe eines Angebotes gebeten. Angeboten wurde die Erstellung eines eindimensionalen sowie eines zweidimensionalen Modells. Die Aufwandskalkulation beider Büros ist vergleichbar. Die Preisunterschiede ergeben sich durch die unterschiedlichen Stundensätze.
Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten wird empfohlen, die Variantenuntersuchung und die Überprüfung, ob ggfls. ein Hamco-Durchlass möglich ist, zunächst mittels des eindimensionalen Modells durchzuführen. Anhand der Ergebnisse aus der eindimensionalen Berechnung könne dann die Bauwerkslösung planerisch und in Abstimmung mit den Fachbehörden festgelegt werden.
Sollte sich zeigen, dass darüber hinaus ergänzende Untersuchungen über ein zweidimensionales Modell notwendig werden, könnte der Gesamtleistungsumfang voraussichtlich reduziert werden, weil die Aufwendungen für die Dokumentation nur einmal notwendig werden.
Auf Anfrage wegen der recht üppigen Kosten teilt Bürgermeister Reichegger mit, dass man zunächst mit geringeren Kosten gerechnet habe, da beim Büro Breinlinger durch die Berechnungen des Hochwasserrisikomanagements entsprechende Daten bereits vorliegen. Dies habe sich leider nicht bewahrheitet. Der Umfang des Gutachtens sei aber mit dem Wasserwirtschaftsamt im Vorfeld abgestimmt worden.
Der Gemeinderat beschloss sodann unter Beachtung der empfohlenen Vorgehensweise eine stufenweise Beauftragung an den unter Abwägung aller Gesichtspunkte günstigsten Bieter, das Ingenieurbüro Breinlinger aus Tuttlingen zu einem Angebotspreis in Höhe von 10.121,47 € brutto beim eindimensionalen Modell bzw. in Höhe von 14.215,98 € brutto, falls eine ergänzende Untersuchung mittels zweidimensionalem Modell notwendig wird.
TOP 5 Sanierungsgebiet Ortsmitte II
Bewilligung der beantragten Aufstockung des Förderrahmens durch das Ministerium für landesentwicklung und Wohnen (MLW)
Bürgermeister Reichegger informiert die Anwesenden darüber, dass das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen in diesem Jahr rd. 270,63 Millionen € für 319 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in 283 Städten und Gemeinden Baden-Württembergs bereitstellt. Davon wurde der Gemeinde Wehingen für die Sanierungsmaßnahme Ortsmitte II eine Fördersumme in Höhe von 2 Mio. Euro bewilligt. Der Gemeinde Wehingen wurde hiermit im Landkreis Tuttlingen die höchste Fördersumme bewilligt, was sehr erfreulich sei.
Dies liege unter anderem daran, dass die Erweiterung des Kindergartens Christkönig ebenfalls noch in das Sanierungsgebiet aufgenommen werden konnte und auch das Projekt Sauter-Areal mit Erwerb und entsprechender Umnutzung mit aufgenommen wurde. Hier stehen aber noch weitere Verhandlungen an.
Der Gemeinderat freut sich sehr über die bewilligten Fördermittel im Sanierungsgebiet Ortsmitte II und bedankt sich beim Ministerium für diese großzügige Bewilligung und die Verlängerung des Sanierungszeitraumes ganz herzlich.
TOP 6 Bekanntgabe der Offenlage des Protokolls aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vom 02.02.2026
Bürgermeister Reichegger führte aus, dass das Protokoll der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 02.02.2026 nach der Unterzeichnung durch die beurkundenden Gemeinderäte durch Auflegung während der Sitzung bekannt gegeben wird.
TOP 7 Bekanntgaben, Wünsche und Anfragen
Bürgermeister Reichegger bzw. die Verwaltung geben bekannt:
- Die Firma Gross würde gerne in der Reichebacher Straße mit den Pflasterarbeitn beginnen, benötige hierfür aber mindestens zwei Wochen trockene Witterung, Kälte sei weniger entscheidend. Die Pflasterkolonne stehe auf Abruf und werde beginnen, sobald es die Witterung zulässt. Die Kreuzung Deilinger Straße/Reichenbacher Straße werde voraussichtlich ab Mitte März nochmals voll gesperrt. Neue Kanalverlegung und Wasserleitungen sowie die Verlegung der Versorgungsunternehmen mit Leitungsarbeiten. Der Kreuzungsbereich Deilinger Straße/ Reichenbacher Str. soll dann ab Ende Mai wieder befahrbar sein.
Die nötige Umleitung wird dann wieder über die Steinstraße vollzogen .
- Das Backhaus Licht teilt mit, dass man nicht vorhabe, die Filiale in Wehingen zu schließen. Man habe zwar wegen der baustellenbedingt schlechten Erreichbarkeit Umsatzeinbußen, halte aber nach wie vor am Standort Wehingen fest. Gleichzeitig bedankt sich das Backhaus Licht bei der Gemeinde und allen Unterstützern.
- Der Bevölkerungsstand in Wehingen sei laut aktuellen Statistiken leicht zurückgegangen, da es im vergangenen Jahr mehr Sterbefälle als Geburten gegeben habe. 3.709 Einwohner zum 31.12.2025. 30 Geburten und 49 Sterbefälle im Jahr 2025!
Auf entsprechende Anfragen aus dem Gremium teilte Bürgermeister Reichegger bzw. die Verwaltung folgendes mit:
- Man könne die Telekom seitens der Verwaltung kontaktieren und Unmut über das aggressive Vorgehen von Vertretern zum Ausdruck bringen.
- Es liege ein Fehler in der Straßenbeleuchtung der Deilinger und Reichenbacher Straße vor, der aktuell leider noch nicht gefunden sei. Es wird vermutet, dass es zu einer Beschädigung der Kabel durch Bauarbeiten in der Reichenbacher Straße gekommen sei. Die Firma Moosbrucker probiere verschiedenes aus, um den Fehler zu finden und zu beheben.
- Kleinere Aufgrabungen in der Reichenbacher Straße in den letzten Tagen seien im Auftrag der Telekom durchgeführt worden.
- Der genaue Bauzeitenplan für den Glasfaserausbau sei der Gemeinde aktuell noch nicht bekannt. Es seien zwei Firmen, beide im Auftrag der Netze BW, unterwegs. Man müsse den Bauzeitenplan des Glasfaserausbaus auch noch mit dem Bauzeitenplan der Ortskernsanierung abstimmen.
- Die Absturzsicherung und noch fehlende Beleuchtung am neuen Fußweg entlang des Neukauf-Parkplatzes fehlen noch, Angebote hierfür wurden bereits angefordert, sind aber nicht vollständig eingegangen.
- Die Mängel bei den Pflasterarbeiten im Gehwegbereich im Baugebiet „Am breiten Graben“ werden noch nachgearbeitet.
- Die Überarbeitung bzw. Erneuerung der Benutzungsordnung in der Sporthalle der Schlossbergschule wird geprüft.
- Die provisorische Verfüllung der Straßenschäden im Bereich Wörthstraße ist angedacht, aktuell sei die Witterung aber zu nass. Die versuchten Provisorien seien dadurch nicht haltbar. Sobald es trocken genug ist, werde hier wieder gerichtet. Bei der Gosheimer Straße handelt es sich um eine Landstraße, hier sei die Straßenmeisterei zuständig.
- Für die Erweiterung der Urnenstelen habe man bereits entsprechende Angebote angefordert.

